Ich freue mich schon, Efterklang am Dockville Festival wieder zu sehen!
Montag, 17. Mai 2010
Efterklang
Ich freue mich schon, Efterklang am Dockville Festival wieder zu sehen!
Freitag, 30. April 2010
Doch kein Kuschelkonzert – Noah And the Whale im Knust
Voller Vorfreude begab ich mich denn auch an diesem Abend ins Knust, da ich schon lange darauf brannte, Noah And The Whale live zu sehen. Ich war zunächst überrascht von den ziemlich bescheuerten Frisuren einiger Bandmitglieder, doch es geht ja hier nicht um das Aussehen. Das Konzert war dreigeteilt: um einen Mittelteil mit den traurigeren und etwas depressiven Balladen waren zu Anfang und am Schluss die Schwungvolleren Stücke gruppiert. Ich genoss das Konzert zwar aus vollen Zügen, doch mit etwas gemischten Gefühlen. Man hätte es sich zwar denken können, doch live werden die Stücke in weit weniger orchestralen Arrangements dargeboten, dafür sind einige deutlich rockiger. Das gibt der Musik eine etwas andere Qualität, als man sie von den Alben her kennt. Dennoch war ich sehr begeistert, denn es ging teilweise ordentlich ab, gab jedoch auch sehr herzerweichende und bewegende Momente, wie man sie von Noah And The Whale erwarten würde. Ich bin beim nächsten Mal auf jeden Fall wieder dabei.
Jedem, der Noah And The Whale noch nicht kennt (und allen anderen auch), empfehle ich die Zusammenarbeit der Band mit der Blogothèque. Wohl mit das beste „concert à emporter“, die es auf dieser wunderbaren Seite zu sehen gibt.
Mittwoch, 21. April 2010
Gänsehaut und Euphorie – Mumford & Sons im Docks

Die vier Engländer um Marcus Mumford waren die Folkentdeckung des vergangenen Herbstes, als ich bereits durch ihren Auftritt im Molotow vollauf begeistert war. Inzwischen haben sie sich mit ihren Folksongs, die genau den richtigen Ton zwischen mitreißend und herzerweichend treffen, eine größere Fangemeinde erspielt, sodass sie insbesondere in Deutschland nun größere Hallen bespielen. Ich hatte denn auch vor dem Konzert leichte Bedenken, ob Mumford & Sons mit ihrer Musik auf einer Bühne dieser Größe nicht untergehen würden. Die Sorgen hatte ich mir jedoch umsonst gemacht, denn das Konzert sollte sich als ein solches herausstellen, wie man sie nur selten erlebt. Die Musik von der Briten entfaltet live erst ihre volle Wirkung, die Songs wirken betörend und euphorisierend, bei einigen, wie „Awake my Souls“ oder dem Konzert- und Albumopener „Sigh No More“ oder „I Gave You All“ bekommt man eine wohlige Gänsehaut. Mumford & Sons beherrschen einfach die Kunst des perfekten Wechsels zwischen leisen Tönen und passgenauer Steigerung und nehmen dabei ihr Publikum gut mit. Außerdem ist die Band noch unheimlich sympathisch, versichert dem handzahmen und respektvollen Publikum glaubhaft, dass sie sich freut auf der Bühne zu stehen und beschert allen anwesenden ein wunderbares kollektives Wonneerlebnis. Das ganze hält immerhin fast 90 Minuten an, da nicht nur alles Songs des Albums, sondern auch die B-Seite Sister sowie drei neue Songs (alle auf dem Niveau des exzellenten Albums) dargeboten werden. Mehr davon!
Vor lauter Euphorie für den Headliner des Abends sollen die Vorbands nicht unerwähnt bleiben. Die Eröffnung des Abends machte die junge Australierin Lisa Mitchell, die zwar ungemein sympathisch war, jedoch mit ihrer Musik eher langweilte. Begeistert hat mich hingegen Johnny Flynn and the Sussex Wit. Das Kunst- und Musik-Multitalent Johnny Flynn ist eine weitere Folk-Entdeckung, die es lohnt, auf dem Radarschirm zu behalten. Der Junge hat eine sehr volle und beeindruckende Stimme und war mit seiner Band die optimale Einstimmung für den weiteren Verlauf des Abends. Hoffen wir, dass das im Juni in Deutschland erscheinende Album auch eine Headlinertour mit sich bringen wird. Dieser Song hat es mir besonders angetan:
Montag, 12. April 2010
Das geht ins Herz – First Aid Kit in der Prinzenbar
Bereits vor einigen Monaten hatten sie mich als Vorband von Port O’Brien sehr beeindruckt, sodass ich beschloss, mir die beiden Schwestern noch einmal bei ihrer aktuellen Tour anzuschauen. Die intime Atmosphäre der Prinzenbar ist denn auch genau die richtige für diese Art von Konzert. Man kann den klaren Gesang von Klara und Johanna genießen, er geht direkt ins Mark, gerade Live. Zudem sind die beiden sehr darauf aus, mit dem Publikum zu plaudern, gerade die 17 jährige Klara lässt keinen Scherz aus. Highlights des Konzert sind jedoch bei aller Qualität der eigenen Songs die Cover der Fleet Foxes und von Buffy Sainte Marie. Am meisten beeindrucken konnten First Aid Kit aber mit einem ohne Mikro gesungenen Song. Die Stimmen der beiden füllen den totenstillen Club problemlos.
Montag, 5. April 2010
Eine Garantie für gute Laune – Frank Turner im Uebel & Gefährlich
Was will man also mehr? Noch mehr Live-Konzerte von Frank Turner. Nächste Gelegenheiten: Die Festivalsaison im Sommer und eine weitere, für den Herbst angekündigte Tour.
Zur Einstimmung aber erstmal eines des schönsten und traurigsten Songs, der trotzdem die Laune hebt:
Dienstag, 30. März 2010
Wintermusik und Frühlingserwachen – der Konzertmärz im Überblick
Zu diesen Rahmenbedingungen passten auch die Konzerte, die ich im Laufe des März besuchte. Gleich zu Beginn ging es los mit Seabear, einer sehr spannenden isländischen Band. Das Bild, was man sich allgemein von isländischer Musik macht, ist meist beeinflusst von Björk oder Sigur Ros. Seabear muss man eher in die Richtung letzterer rücken. Das siebenköpfige, recht eklektische Ensemble macht träumerische Folkmusik, die einem in diesen grauen Wintertagen das Herz erwärmt. Entdeckt hatte ich sie bei Reeperbahnfestival 2008, wo sie zu später Stunde im Imperial Theater die Zuschauer einlullten und für sich vereinnahmten. An diesem Märzabend im Hafenklang war es zwar nicht ganz so gemütlich, jedoch dafür enger und intimer. Beglückt verließen wir den Club, bemüht, die Wärme des Konzerts nicht schon auf dem Heimweg durch die Kalte Nacht wieder zu verlieren.
Zwei Tage später ging es weiter mit der träumerischen Musik. Get Well Soon, die Band des deutschen Indie-Wunderknaben Konstatin Gropper, war in der Stadt, um ihr neues Album zu präsentieren. Nach dem (zurecht) hoch gelobten und ausgedehnt betourten Debut Rest Now, Weary Head, You Will Get Well Soon, waren die Erwartungen entsprechend hoch. Das neue Album Vexations gefällt mir ebenfalls gut, wenn es auch nicht ganz an das Erstlingswerk heranreicht. Dennoch war der Besuch des Konzerts im nicht übermäßig gut gefüllten Uebel & Gefährlich lohnenswert. Zwar bestätigten Get Well Soon den Eindruck aus früheren Konzerten, dass Live-Auftritte nicht ihre größte Stärke sind. Dennoch entwickelt die orchestrale Musik auf der Bühne ihre volle Entfaltung. Unterstützt wurde das ganze durch die visuellen Effekte der etwa 90-minütigen Darbietung. In der Tat wird das komplette Konzert untermalt von einer Videoinstallation, die von (häufig eher tristen) Naturaufnahmen dominiert wird. Man sieht viel Wald und gedeckte Farben, teilweise aber auch sehr spannende künstlerische Wendungen. Auf jeden Fall sehr passend. Kein Konzert für Sommerhitze.
Einige Zeit später konnte der Frühling sich nun endlich langsam durchsetzen und ich musste mich nicht mehr ganz so warm einpacken, wenn ich mir für ein Konzert vor die Tür wagte, um zu Los Campesinos ins Molotow zu fahren. Die waliser fallen auf durch ihre sehr mitreißenden und gutgelaunten, intensive Spielweise auf. Jeder Song verfolgt augenscheinlich das Ziel, den Zuhörer zum Tanzen zu bewegen. Gleichzeitig wird auf eine große Instrumentenbandbreite gesetzt, neben den „klassischen“ Rockinstrumenten u.a. Geige, und Querflöten. Der Auftritt an diesem Abend war etwas getrübt durch die schwächelnde Form von Sänger Neil Campesinos. Dieser hatte in der Tat ein wenig seine Stimme verloren, was vor allem zu Anfang des Sets zu einigen Hustenanfällen führte. Dennoch ist es sehr erstaunlich, wie jemand kaum mehr sprechen kann, doch gesanglich noch erstaunlich gut durch den Abend kommt. Seine Stimmbänder werden es ihm vermutlich nicht danken, doch die Mühe bescherten der Band große Sympathien des Publikums, das denn auch glücklich nach Hause ging.
Sonntag, 28. Februar 2010
Ein langes Konzertwochenende – Teil 2
Hier die Playlist:
Am Montag Abend ging das Wochenende in die Verlängerung, und zwar mit der „Gruppe B“ der Rockliga des größten deutschen Kräuterschnapsherstellers. Man mag von der Veranstaltung halten was man will, sie bietet an einem Abend für einen sehr günstigen Eintrittspreis drei vorzügliche Indiebands. Heute: The Teenagers, Official Secrets Act und Hot Hot Heat.
Den Anfang machen The Teenagers mit ihrem etwas albernen, doch gut tanzbaren Elektro-Rock. Die Franzosen singen ihre Texte mit charmanten Akzent, die Musik lebt jedoch vor allem davon, dass sie das Publikum zum Abgehen animieren soll. Leider springt der Funke an diesem Abend nicht so richtig über. Das ist wohl nichts für einen Montagabend, an dem sich die meisten ob des vergangenen Wochenendes und der bevorstehenden Woche mit alkoholischen Getränken zurückhalten.
Official Secrets Act hatten mich bereits im vergangenen Jahr als Vorband von Art Brut auf Anhieb beeindruckt. Ihr musikalisches Genre kann man wohl als sehr tanzbaren Synthie-Rock bezeichnen, wobei der lange Schatten der 80er Jahre sich bemerkbar macht. Sänger Thomas Charge Burke hat eine sehr klare Stimme und scheut sich nicht, gelegentlich im Falsett zu singen. Teilweise wird der Glam sehr dick aufgetragen, doch die Grenze zur Geschmacklosigkeit wird nie überschritten – die zum Kitsch manchmal schon, gerade bei ruhigeren Songs. Insgesamt ist das aber eine Band, die Spaß macht. In meinen Augen der beste Auftritt des Abends.
Des „Tagessieg“ trug dennoch Hot Hot Heat davon. Im Vergleich zu den beiden anderen Acts des Abends sind die Kanadier wahre Rockveteranen, schafften sie doch ihren Durchbruch bereits 2003 mit dem sensationellen Album Make Up The Breakdown. Der Sound passte gut zur gerade aufkommenden New Wave Welle dieser Zeit und die fünf aus Vancouver bewiesen auch exzellente Live-Qualitäten. Ich sah sie bei der Tour zum 2005er Album Elevator im Karlsruher Substage, das war eines der besten Konzerte überhaupt, denen ich beigewohnt habe. Inzwischen scheint bei Hot Hot Heat die Luft ein wenig raus zu sein, was durchaus verständlich ist, da nach dem anfänglichen Hype der größere Durchbruch nicht gelang. Musikalisch ist das noch immer exzellente Kost, doch die frühere Begeisterung ist ein wenig flöten gegangen. Interessant ist bei neuen Stücken ein gewisser Hang zum Progressiven, der sich auch in der Live-Darbietung der älteren Stücke niederschlägt und manchen von ihnen gut bekommt. Man darf also gespannt sein auf das bestimmt bald erscheinende nächste Hot Hot Heat Album. Vielleicht findet ja die Band neuen Schwung, ich wünsche es ihr.