Montag, 13. April 2009

The Subways

Zum zweiten mal innerhalb einer Woche hatte ich mich für ein Konzert nach Basel eingefunden, diesmal um eine, vor allem beim jungen Publikum sehr beliebte Band zu sehen, the Subways.

Das Konzert fand in einer mir bis dahin noch nicht bekannten "Venue" statt, im Volkshaus direkt am Claraplatz. Man muss sagen ein sehr schickes Haus, mit relativ großer Kapazität (Vgl mit dem Postbahnhof Berlin oder der Reithalle der Kaserne in Basel). Wie in der Schweiz so üblich, durfte wieder eine einheimische Newcomer Band als Vorband agieren. Diesmal waren es Reding Street, die Rock mit leichten Metal und Prog einschlägen spielten(vgl. Muse und Incubus). Sie haben mich sehr überzeugt, vor allem wenn man ihr sehr junges Alter berücksichtigt(Sie sind glaube ich jünger als ich). Ich hoffe, dass ich noch mehr von ihnen hören werde, bezweifle es aber leider...

Um viertel vor Zehn, die Halle war zu gut 2/3 gefüllt, betraten die Subways die Bühne und sie lieferten ihre gewohnt gute Konzertperformance ab, mit der sie die Halle zu toben brachten. So sehr, dass die Absperrungen etwas zu Bruch gingen! Die armen Securities mussten den Rest des Konzert die Absperrung fixieren.

Ich hatte mir einen tollen Platz ganz vorne am Rand neben dem "Moshpit" ausgesucht und konnte so entspannt das ganze Konzert direkt vor dem leicht bekifften Sänger genießen (auch eine Beobachtung die ich an Konzerten in der Schweiz oft mache). Nach einer guten Stunde, gespickt mit allen Hits (Oh Yeah, Mary, Girls and Boys, California) wurde das Konzert, wie auch nicht anderst zu erwarten, mit dem Mega Hit "Rock'N'Roll Queen beendet, Crowdsurfeinlage des Sängers inklusive.

Ich habe an diesem Abend wiedermal zwei Dinge gelernt:
  1. Ich sollte aufhören mir Bands zwei mal innerhalb kürzester Zeit anzuschauen (Ich hatte die Subways Anfang März in Mannheim schon gesehen).
  2. Ich werde langsam zu alt für "Abgehkonzerte" (und das mit nicht einmal 21, bin schon eine Memme ;-)
Fazit: Solides Konzert, bei dem die Subways genau das ablieferten was ich erwartet hatte. Postiv bleibt mir aber vor allem die Vorband Reding Street in Erinnerung.

Donnerstag, 9. April 2009

B-Scene zu Basel

Clubfestivals sind schon was tolles! Man kann an einem Abend von Location zu Location, von Rock zu Hip Hop… Vorallem an einer lauen Aprilnacht wie sie der Wettergott dem 13. B-Scence Festival bescherte, bot es sich an von der Kaserne zum Nordstern oder zur Kuppel zu pilgern. Wir allerdings blieben den ganzen Abend in der Kaserne um uns das musikalische Angebot der Reithalle und des Rossstalls zu Gemüte zu führen.

Den Anfang in der Reithalle in der Rock dominierte, machte Tram aus Freiburg, die sich allerdings als „Träm aus Australien“ vorstellten. Die vier Jungs boten dem zu dieser Stunde leider noch nicht sehr zahlreichen Publikum eine solide Rockperfomance.

Anschließend wechselten wir zu weicheren Klängen: Sonolar stellten ihr Debütalbum im Rossstall vor. Ihre Musik könnte man als elektronische Version von Sigur Ròs bezeichnen und auch visuell hatten sie einiges zu bieten. Das Konzert wurde nämlich, wie bei der danach spielenenden Band Kitchen and the Holy Strings mit intressanten Bildern unterlegt.

Zwischen den beiden schauten wir kurz in der Reithalle vorbei, wo inzwischen die Dogs Bollocks spielten. Mittlerweile waren doch etwas mehr Zuhörer anwesend um sich die Band anzuschauen, die diesmal auf andere Weile visuel etwas zu bieten hatten . Der Gitarrist sah aus wie Marilyn Manson und der Bassist hätte glatt bei Kiss mitspielen können. Ihre Musik könnte man wohl am ehesten als Punk`N`Roll bezeichnen. Aber wir sahen nur zwei Lieder da wir auf keinen Fall die nächste Band verpassen wollten.

Alleine schon die Vorbereitung der Band versprach einiges, denn Kitchen and the Holy Strings haben neben der Standartbesetzung (wie der Name auch schon sagt) Streicher in ihrem Aufgebot. Dier Erwartungen wurden zum Glück erfüllt. Im Vergleich zu den doch sehr athmosphärischen Sonolar waren die Holy Strings etwas druckvoller, wobei wir etwas den Gesang vermissten. Man fühlte sich teilweise an Radiohead (zu „In Rainbows“ Zeiten) erinnert.

Als wir in die Reithalle zurückkehrten wurden wir von einer randvollen Halle überrascht. Die Lokalmatadoren The Bianca Story haben wohl mehr Fans als wir dachten. Mit ihrer Partymusik brachten sie die Halle zum Kochen. Schade, dass wir so wenig von ihnen gesehen haben.

Nach dem Konzert leerte sich die Halle schlagartig, auch etwas verwunderlich, denn es folgten die Headliner des B-Scene Festivals, The Infadels. Als sie dann endlich auf der Bühne standen war ein Großteil der Masse aber zurückgekehrt. Es folgte eine Energieleistung der fünf Engländer, die wohl jeden in der Halle zum tanzen animierte. Ihr elektronisch angehauchter Indie-Rock ist auch prädestinert dafür. Leider waren wir zu diesem Zeitpunkt schon etwas müde (die Infadels fingen um halb 2 an), sodass wir uns das Konzert nicht ganz anschauten. So traten wir müde, aber hochzufrieden den Nachhauseweg an…



Mittwoch, 8. April 2009

The Rifles - live immer besser!

The Rifles sind eine Band, bei der ich das stete Anwachsen einer treuen Fangemeinde quasi vor meinen Augen beobachten konnte. Als ich sie Ende 2006 zum erste mal live sah, im Heidelberger Karlstorbahnhof, war das noch vor relativ kleinem, aber schon begeistertem Publikum. Beim zweiten Mal, im Zuge der Visions Spring Tour vor etwa einem Jahr, hatten sie zu meinem Erstaunen bereits die famosen Futureheads von der Headlinerposition des Abends verdrängt und mehr Fans als letzere in den Berliner Postbahnhof gelockt. Nun spielten sie am Samstag Abend im ausverkauften Uebel & Gefährlich – das Konzert wurde glücklicherweise vom Knust hierher verlegt – und wieder konnte ich eine Steigerung beobachten.

Das liegt nicht nur an der Qualität des kürzlich erschienenen zweiten Albums The Great Escape, deren Stücke eine größere musikalische Bandbreite abdecken als diejenigen des Erstlingswerks Dreams of a Bumblebee. Trotzdem sind sich The Rifles treu geblieben, die Musik ist gut mitsingbarer, klassicher britischer Indierock, plakativ gesagt: Oasis in gut. Dabei schaffen es The Rifles, die Schwelle zu platten Mitgrölgesang nicht zu überschreiten und dennoch sehr eingägige Songs auf die Bühne zu bringen. Als Belohnung bekommt die band einen sehr warmherzigen Empfang des Publikums, dessen Enthusiasmus das ganze Konzert lang anhält. Eine vergleichbare Begeisterung hatte ich bei einem Clubkonzert in Hamburg bisher noch nicht erlebt. Der Hit des Abends, „Romeo and Juliet“, blieb wohl allen Anwesenden die ganze Nacht noch im Kopf.

Besonders hervorheben will ich auch die Vorgruppe The Knights. Was die vier Hamburger auf der Bühne von sich gegeben haben macht große Lust auf das im Sommer erscheinende erste Album. Rock mit Synthies – leicht Richtung Killers gehend aber mit viel weniger Pathos – und ein Sänger mit sehr mächtiger und markanter Stimme, die mich an die des Kilians Sängers Simon den Hartog erinnert hat. Der Song James Dean hat durchaus das Zeug zum Hit auf dem Indie-Dancefloor. Die schau ich mir bei Gelegenheit noch mal an…

Donnerstag, 26. März 2009

Eine Energieleistung – Franz Ferdinand im Docks

Irgendwie hatte ich es bisher noch nicht geschafft, Franz Ferdinand live zu sehen. Das liegt sicher daran, dass ich bei ihren letzten Touren noch kein Metropolenbewohner war und die Mittelstädte Südwestdeutschland niemals auf den Tourplänen der vier Schotten lagen. Dieses Versäumnis musste schleunigst nachgeholt werden, sodass ich nicht lange zögerte, den doch ziemlich saftigen Preis für die Eintrittskarte zum Konzert im Docks zu bezahlen.

Als wir im Docks ankamen musste man zunächst Schlange stehen: einmal draußen in der Kälte, da die Massen erstmal in den ausverkauften Saal kommen mussten, dann noch mal für die Garderobe. Diese ist im Docks wirklich ein Ärgernis, aber man kann sich ja auch nicht das ganze Konzert lang mit seiner Jacke rumärgern. Als das überstanden war spielte auch schon die Vorband Kissogram, ein Trio aus Berlin, welches die Europatour von Franz Ferdinand wohl gerne als Karrieresprungbrett nutzen würde. Deren Musik ist tanzbarer, elektroangehauchter Rock. Es gibt immer wieder nette Passagen, es blitzt auch mal eine mitreißende Hookline auf, insgesamt fehlt aber was. „Gute Hintergrundmusik“, wie meine Konzertbegleitung richtig feststellte, aber nichts zum wirklich abgehen.

Dann geht’s los, und zwar mit „Darts of Pleasure“, gleich danach kommt – überrschend früh, DER Hit der zweiten Platte „Do You Want To“. Spätestens dann kochte der Saal. Das war aber zu erwarten gewesen. Schließlich ist Franz Ferdinand die Band, die mit ihrem selbstbetitelten Debutalbum die Tanzbarkeit in den Indierock zurückbrachte. Auch nach fünf Jahren versprühen die Stücke dieser Platte eine Dinglichkeit und eine Energie, die sich auf der Bühne perfekt entlädt und die sich im tobenden Publikum ausdrückt. Es folgen 80 Minuten Energieleistung, während derer hauptsächlich die sicheren Hits der ersten Platte sowie ein Großteil der Stücke des neues Werks Tonight: Franz Ferdinand dargeboten werden. Das zweite Album kommt leider etwas zu kurz, auf Kracher wie „Evil and A Heathen“ oder „I’m Your Villain“ wartet man vergeblich.

Dafür erweisen sich die Songs der neuen Platte als sehr bühnentauglich. Auch wenn Tonight: Franz Ferdinand nicht der ganz große Wurf ist, bleibt sich die Band dabei im Kern treu und macht Musik, die zum Tanzen einlädt. „No You Girls“, Bite Hard“ oder „Ulysses“ sind Nummern, zu denen man live nicht still stehen kann. Und auch diejenigen Songs, die mir auf Platte ein wenig zu discomäßig sind wie „Lucid Dreams“ kann man so schätzen lernen (die ganze Setlist hier). Eines meiner persönlichen Höhepunkte war jedoch eine leicht eletronisierte Version von „Outsiders“, die in einer kleinen Percussionorgie endete.

Schlussendlich bekommt man auf jeden Fall das, wofür man gekommen ist: Spaß und gute Musik. Eigentlich hatte ich vorher keine Bedenken gehabt, dafür ist die Musik von Franz Ferdinand einfach zu gut. Wenn man auch noch die einfach überwältigende Stimme von Alex Kapranos im Zusammenspiel mit der Qualität seine Bandkollegen erleben darf, kann nicht viel schief gehen. Wenn zudem die Band gute Stimmung verbreit, auch wenn das Publikum beginnt ein wenig zu schwächeln, erkennt man die Entertainmentprofis. Als die letzen Töne von „This Fire“ und damit der letzten Zugabe verklingen, sieht man um sich herum nur strahlende Gesichter. Worum geht es sonst bei einem Rockkonzert, außer sein Publikum glücklich nach Hause zu schicken?

Hier der Konzertopener:


Mittwoch, 4. März 2009

Spaß Pop vor leerer Kulisse – The Spinto Band im Headcrash

6 Leute auf der Bühne, ca. 35 im Publikum. Das ist die traurige Wahrheit am Dienstag Abend im Headcrash. Glücklicherweise lässt sich weder The Spinto Band davon entmutigen, noch das Publikum vom Tanzen abhalten. Im Gegenteil: es gibt Lob von der Band für die tanzfreudigsten Zuschauer der Tour. Dabei hätte The Spinto Band durchaus mehr Anerkennung verdient. Ihr mitreißender Gute-Laune-Pop ist genau das richtige für die grauen Tage es ausgehenden Winters. Das Set beinhaltete zu gleichen Teilen Songs aus den beiden Alben, dazu ein Instrumental und als letzte Zugabe eine sehr überzeugende Darbietung von „Shake, Rattle and Roll“. Schade jedoch, dass das ganze nicht optimal abgemischt war, sodass der Gesang teilweise ein wenig zu wenig im Vordergrund stand. Außerdem ist das Headcrash nicht unbedingt der beste Rahmen für ein solches Konzert: der Club hätte durchaus Potential, da aber die Lichtanlage nicht sonderlich aufwendig ist, wird stattdessen der Raum für ein Stimmungsvolles Konzert ein wenig zu hell erleuchtet.

Auch die Vorgruppe The Sugars konnte das Publikum mit ihrem druckvollen Rock zum Tanzen bringen. Diejenigen, die da waren, hatten einen schönen Abend. Immerhin..

Dienstag, 3. März 2009

17 Hippies

Was erwartet einen wenn man zum Konzert einer Band geht, welche sich 17 Hippies nennt ?

So ziemlich genau was man sich so vorstellt!!! Zuallererst mal sei eine kurze Publikumsanalyse gestattet. Im Jazzhaus tummeln sich normalerweise Menschen der Altersgruppe 18-30 (+/-). An diesem Abend war alles anders, denn das Publikum hatte ein geschätztes Durchschnittsalter von 45 Jahren. Es hat aber irgendwie was an einem Konzert zu sein, bei dem Publikum und Band gut und gerne die eigenen Eltern sein könnten. Man könnte das Publikum als einen Mix aus „Altachtundsechsigern“ und Ex-Waldorfschülern bezeichnet, naja was will man bei Hippies anderes erwarten... Ich fühlte mich irgendwie so normal :-)

Ohne Vorband ging es etwas um zehn nach acht mit dem Konzert los. Es betraten also 13 (der Name täuscht ein bisschen, aber die Besetzung hat sich etwas dezimiert) scheinbar gut gelaunte Musiker die Bühne. Man muss echt sagen das die Band zu ihrem Publikum passt. Ich finde das sie alle aussehen wie etwas alternative Lehrer. Was nun folgte waren 2,5 Stunden (!) absolute Spielfreude. Es machte einfach Spaß den Hippies zuzuhören und zu schauen wie sie mit ihren Instrumenten: Trompete, Saxophon, Klarinette, Gitarre, Akkordeon, Geige, Kontrabass, Cello, Säge (jaja auch das können sie ), Ukulele usw. hantierten. Man fühlte sich ein wenig wie auf einem Volksfest in Osteuropa. Unterbrochen wurde eigentlich nur für unterhaltsame Anekdoten über Blumen, Penner und lange Autofahrten. Die Zeit verging wie im Flug und man verließ das Jazzhaus mit einem sehr guten Gefühl. Ich hoffe sehr, dass ich die 17(13) Hippies nicht zum letzten mal gesehen habe...

Montag, 2. März 2009

Schlag auf Schlag…

… ging es Ende der Woche hinsichtlich von Konzertbesuchen zu. Donnerstag Abend entschließ ich mich spontan dazu, ins Hafenklang zu fahren, um mir die Gruppe Sport anzusehen. Sport ist die Band des Kante-Gitarristen Felix Müller, der dort seine Rockbedürfnisse auslebt. Das Ergebnis ist recht lauter (im kleinen Hafenklang besonders lauter) Intellektuellen-Rock auf den Spuren der frühen Tocotronic. Das macht Spaß, und für 8 Euro bekommt man 90 Minuten Live-Musik geboten, wenn das auch noch so gut ist, kann man von einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen. Da außerdem alle meine Lieblingsstücke vom dritten Album Unter den Wolken gespielt werden, bin ich vollauf zufrieden.

Am Freitag ging es dann weiter, diesmal mit einem erwartungsgemäß recht kurzen Vergnügen mit einer Newcomerband im Molotow. Es handelte sich dabei um Sky Larkin, ein Indie-Rockendes Trio aus Yorkshire. Alleinstellungsmerkmale der Band sind: Eine Sängerin, kein typische britischer Schrammel-Indierock sondern rumpelig, eher amerikanisch anmutender Gitarren-Rock und ein sich sehr verausgabender Schlagzeuger. Dieser wirbelt bis zur Erschöpfung und schlägt dabei sogar ein Loch in die – an dieser Stelle sehr niedrigen – Decke des Molotow. Wenn junge Bands es augenscheinlich auskosten, auf der Bühne zu stehen und es zudem nicht richtig zu fassen scheinen, dass sich die Leute (wie auch hier) für die Musik begeistern, ist das immer schön zu erleben. Ein guter Einstieg ins Wochenende.

Am Sonntag war ich außerdem noch - das darf auch mal sein - auf einem wunderbaren Konzert der Hamburger Symphoniker in der Laeiszhalle. Es gab u.a. Beethovens 7. Sinfonie. Darüber zu schreiben wage ich aber nicht, da ich - außer dass es mir gefällt - nichts bewertendes von mir geben könnte. Allein die Räumlichkeiten lohnen sich jedoch, barocker Prunk all überall.